Dunkle Pfade - Anmerkungen

 

Dunkle Pfade - Anmerkungen


Erfolgreiche Bewältigung aller Dunklen Pfade erzeugt im sinistren Initiaten ein Gefühl von Freude und Stolz, basierend auf dem Wissen, dass man eine Stufe des Großen Werks vollendet hat. Da ist mehr Selbst-Vertrauen und eine Entwicklung des individuellen Willens. Dennoch sollte es auch eine ehrliche Auseinandersetzung mit den vergangenen sechs Monaten geben. Der Initiat sollte ehrlich den Grad des Erfolgs der Arbeiten bewerten. Wenn eine bestimmte Arbeit nicht erfolgreich war, dann warum? War der Geist des Initiaten vollständig bei der Sache? Oder gab es andere Ereignisse im Leben des Initiaten, möglicherweise Ereignisse außerhalb der Beschäftigung mit der Tradition, die Störungen verursachten? Dies alles muß analysiert werden, damit der Initiat beginnt zu verstehen, welche kombinierten Faktoren eine erfolgreiche Arbeit hervorbringen, und welche Faktoren gegen einen Erfolg arbeiteten.

Bei einer erfolgreichen Arbeit werden die Visionen oder astralen Erfahrungen des Initiaten einen starken Effekt auf sein Bewusstsein haben. Astralprojektion mag zu einem geringeren oder größeren Grade geschehen (aber dies hängt auch vom Grad der Entspannung des Körpers ab). Der Kontakt mit archetypischen Formen wird ebenfalls spontan sein, das heißt, die Charaktere, die man während einer Arbeit trifft, werden den Eindruck machen, ein eigenes Bewusstsein zu haben. Es gibt in einer wirklichen Arbeit keine erkennbare Manipulation der Astralformen durch das Bewusstsein des Initiaten, diese Formen scheinen eher unterschieden davon zu sein. Die Arbeit wird dann den Initiaten mit einem Gefühl des Verlustes zurücklassen, wenn er wieder in die gewöhnliche Welt zurückkehrt.

 

Es kann unmittelbar erkannt werden, dass es einen unterschiedlichen Grad von Intensität zwischen einer erfolgreichen und einer nicht erfolgreichen Arbeit gibt, wobei letztere dem Initiaten Anstrengung abverlangt, die astralen Charaktere zum Sprechen zu bringen. Letztgenannte Form der Arbeit tendiert dazu, einen mit dem Gefühl zurück zulassen, man würde nur mit sich selbst sprechen, während erstere nicht nur ein Gefühl von Erfolg, und daher Freude erzeugt, sondern auch die Verbindung des Initiaten mit den Dunklen Göttern selbst verstärkt. Es sollte unnötig sein zu erwähnen, dass eines der Ziele der Stufen von Initiat und Externem Adepten darin besteht, die Erfolgsrate des magischen Rituals zu erhöhen.

 

Doch welche Beschreibungen auch für das sinistre Ritual verwendet werden mögen, werden sie doch unglücklicherweise stets inadäquat sein, denn sinistres Ritual berührt die emotionalen Energien der Teilnehmer, und solche Energie kann niemals in Worten ausgedrückt werden.

Ein weiterer Faktor, der eine große Rolle für die Arbeit spielt, ist der Ort, an dem sie stattfindet. Der isolierte Hügel oder Wald ist für gewöhnlich am Besten geeignet, ist aber nicht notwendigerweise einfach zu finden, und die (unbewusste) Furcht vor einer Störung kann die Arbeit zu einem so empfindlichen Grad tatsächlich stören, dass sie entsprechend darunter leidet.

Aus diesem Grund kann es passender erscheinen, die Arbeit in einem Raum, der als sinistrer Tempel dient, oder einem Teil eines Raumes, wenn die persönlichen Umstände keinen separaten Tempel gestatten, durchzuführen. Dennoch gewinnt die Arbeit, wenn sie im Freien durchgeführt wird, und die Effekte können ziemlich beachtlich sein, die solch ein isolierter Ort auf das Ritual haben kann, idealerweise, wenn der Initiat vorher einen entsprechend langen Fußmarsch ohne künstliches Licht bewältigt.

 

Wenn ein solcher Ort nicht gefunden werden kann, bietet sich eine weitere Möglichkeit an, nämlich, dass der Initiat in eine Gegend umsiedelt, in der er die nötige Wildnis vorfindet und dem siebenfältigen Weg folgen kann, ohne all zuviel Aufmerksamkeit zu erregen.

Natürlich hängt ein solcher Schritt auch stark davon ab, wie sehr der Initiat in die Tradition involviert ist und wünscht, dem Weg zur Vollendung zu folgen.

Es sollte bemerkt werden dass, auch wenn die Intensität der tatsächlichen Arbeit durch die Möglichkeit des Auftauchens von Eindringlingen/Nicht-Initiaten beeinträchtigt werden kann, dies nicht davon abhalten sollte, zu einem gewissen Grade im Freien an einem halbwegs isolierten Ort zu arbeiten.

 

Die tatsächliche Zeitspanne für die Dunkle Pfadarbeit ist nicht - wie viele missverstanden haben könnten - ein Ritual pro Woche, sondern eine kontinuierliche Periode von einundzwanzig Wochen. Denn die Dunklen Pfad Rituale sollten nicht als individuell und voneinander separiert verstanden, sondern kombiniert werden, um ein organisches Ganzes zu schaffen (und das gilt für das gesamte System der Siebenheit). Also unternimmt der Initiat ein einzelnes Ritual, das in einundzwanzig kleinere Rituale aufgeteilt ist. Dieses eine Ritual ermöglicht einen Einblick in die Realität der Adeptschaft und enthüllt einen langen und langsamen Prozess alchemistischen Wandels.