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Die verbotene Alchemie

Eine Einführung in esoterische Schwarze Magie

Echte Alchemie hat zwei Erscheinungsformen: Erstens, die Forschung bezüglich der Transformation von Materie, und Zweitens die psychologische – magische. Das Geheimnis der ersten Form ist die Interaktion zwischen dem Alchemisten und der Substanz, die auf chemischen oder anderem Wege transformiert wird. Das heißt, der Alchemist unterstützt auf eine „subtile“ („okkulte“) Weise die Transformationen, bei denen es sich um die Schaffung eines Elixiers der Unsterblichkeit handelt. Für den Alchemisten, der dieser Form der Alchemie frönte, war das Verwandeln der „Basismetalle“ in Gold nur eine Stufe auf dem Weg zum ultimativen Ziel.
 
Die Zweite Form der Alchemie befasst sich mit der Veränderung des Alchemisten – und diese erfordert das Befolgen gewisser spezieller und häufig komplizierter Prozeduren. Das Ziel hier ist „Adeptschaft“: das Hervorgehen eines neuen Individuums aus der Asche des alten. Das ultimative Ziel ist noch immer „Unsterblichkeit“, aber eine direkt erlangte, anders als in der ersten Form, durch die Schaffung eines Elixiers, das vom Alchemisten über einen gewissen Zeitraum eingenommen wird. Die exakte Natur dieser „Unsterblichkeit“ war Gegenstand vieler Spekulationen.

Zwei Aspekte dieses zweiten Typs der Alchemie – der „verbotenen Alchemie“ - sind in den letzten etwa hundert Jahren ans Licht gekommen. Dennoch machen diese beiden Aspekte, so wichtig sie beide für die echte esoterische Kunst sind, nur einen teil des verbotenen Systems aus.

Der erste Aspekt, der Aufmerksamkeit auf sich zog, war das sexuelle Element, das in der Erlangung des Ziels eine Rolle spielt. Der zweite ist der „psychologische“, in dem die Prozesse, Methoden und Symbole als Repräsentationen des gewöhnlich unbewussten Strebens der individuellen Psyche nach „Ganzheit“ oder „Individuation“ verstanden werden (z.B. von Carl Jung et al).

In  Wirklichkeit war die verbotene Alchemie (oder ein praktischer Weg zu leben, wie manche vorziehen würden, zu sagen) eine  aufkeimende Wissenschaft  die über einen langen Zeitraum hinweg zu der Erkenntnis gelangte, dass es für das Erreichen des angestrebten Zieles Unsterblichkeit und/oder okkult-magischer Adeptschaft nicht nur notwendig ist, bestimmte natürliche Energien und bestimmte „Seins“ Zustände zu symbolisieren, sondern ebenfalls, auf gewissen Stufen ein praktisches sexuelles Element einzusetzen.

Diese Ideen, im Mittelalter entwickelt und in einigen der heute berühmten alchemistischen Texte weitergegeben, waren selbst eine Fortsetzung älterer Ideen: insbesondere jener der Mysterienschulen des alten Griechenlands. Zu dem Zeitpunkt, da die Texte geschrieben wurden, befand sich Westeuropa unter dem totalitären Joch der Kirche des Nazareners, und ein Teil der Gründe für die Obskurität der Texte war die Häresie hinter einigen der Grundideen – der Wunsch nach Unsterblichkeit, die unabhängig von „Gott“ ist, und die sexuelle Natur mancher der Arbeiten. Die übrige Obskurität lag an: (a) der komplexen Natur der Ideen, mit einer Vermischung von „Theologien“ und (b)dem vorsätzlichen Wunsch, die Texte esoterisch zu machen, wo die Geheimnisse vertrauenswürdigen Initiaten oder jenen, die bereits ausreichend erleuchtet waren (d.h. frei von der geistigen Tyrannei des Nazarener-Glaubens) offenbart werden konnten, um sie intuitiv zu verstehen.

Die Betrachtung der Alchemie als einer Art „westlichen Tantras“ die von einigen Kreisen in den letzten Jahren vertreten wurde, ist sowohl irreführend als inakkurat, genau wie der Glaube, sie sei ein rein „psychologisches“ - im Gegensatz zu einem praktischen – System. Diese Ansicht ignoriert: (I) die vitale Bedeutung des Symbolismus (von dem einiges rein abstrakt und nicht „symbolisch“ ist) für die Möglichkeit der Entwicklung in Denken und Verstehen; und (II) die Stufen jenseits derer, die sexuelle Aktivitäten beinhalten. Die vorgenannte Betrachtung ignoriert (oder eher fehlinterpretiert) die Wichtigkeit nicht nur der praktischen, magischen Aspekte, sondern auch des Umstandes, dass die verbotene Alchemie grundsätzlich ein System der Selbst-Erfahrung in der realen Welt darstellte, was das Erreichen bestimmter Ziele und Erfüllen bestimmter Aufgaben beinhaltete. Dies, zusammen mit den sexuellen Aspekten, machte diesen Weg äußerst verschieden von den inneren, kontemplativen Wegen, die in gewissen Nazarener Institutionen blühten.

Die fundamentalen Ideen der verbotenen Alchemie wurden über die Jahrzehnte und Jahrhunderte, nachdem die einleitenden MSS geschrieben waren, weiterentwickelt, und die daraus entstandene Tradition wurde von meist sehr zurückgezogenen Adepten weitergegeben. Von dieser Tradition kann man sagen, dass sie ihren Höhepunkt im siebenfältigen Weg gefunden hat. Im siebenfältigen Weg wurden die grundlegenden Ideen geklärt und verfeinert, sowie erweitert, und der Weg selbst ist ein praktisches System ohne Dogma und Mystizismus. Er war, bis vor Kurzem, wahrhaft esoterisch.

Die grundlegenden Ideen dieses Weges oder dieser „inneren“ Alchemie können kurz gefasst werden:

1) Für die Entwicklung des Selbst-Verständnisses, ebenso für das Verstehen sowohl natürlicher, als auch „okkulter“ Kräfte, ist ein abstrakter Symbolismus erforderlich: solch Symbolismus erlaubt nicht nur Begreifen dieser Gebiete (des Bewusstseins, zum Beispiel) die normalerweise dem Denken nicht zugänglich sind (und damit bewusster Kontrolle und Entwicklung), sondern bildet selbst neue Bewusstseinsfelder aus.
Der abstrakte Symbolismus besteht aus zwei Arten; die erste ist der siebenfältige „Baum des Wyrd“ mit den Korrespondenzen, die jeder Sphäre und den Pfaden, die diese Sphären verbinden, zugeordnet sind; die zweite sind die abstrakten Symbole des StarGame. Die Erste ist eine Weiterentwicklung „traditioneller“ alchemistischer Symbolik, während die Zweite eine vollkommen neue Entwicklung darstellt, eine, die die Erste zur Gänze beinhaltet.
Diese erste Art erlaubt, auf praktischer Ebene, die Erforschung und so Integration/Transzendenz der verborgenen/unbewussten/okkulten Gebiete des eigenen Bewusstseins und des Kosmos. Dabei handelt es sich um eine magische oder alchemistische Lehrzeit, die praktische Arbeiten mit den Symbolen beinhaltet – zum Beispiel ist ein magisches Ritual der Gebrauch spezifischer Symbole, die bestimmte okkulte oder magische Energien repräsentieren.

Die zweite Art trägt das Individuum darüber hinaus – hin zur nächsten Stufe unserer bewussten Evolution , mit der Entwicklung höherer Bewusstseinsebenen und neuen Einsichten.

2) Die praktische Arbeit ist der Bequemlichkeit halber in sieben Stufen eingeteilt. Etliche dieser Stufen beinhalten, dass das Individuum (der „Alchemist“) einen Gefährten des anderen Geschlechts findet und mit ihm/ihr arbeitet, wobei einige der Arbeiten sexueller Natur sind. Dies ist in sich eine Erforschung des Bewusstseins: eine Konfrontation mit Anima/Animus und so weiter.

Jede dieser sieben Stufen wird durch ein Gradritual repräsentiert – eine Reihe von Aufgaben, Arbeiten und Ritualen, die Selbst-Einsicht und generelles Verstehen entwickeln, sowie die „okkulten“ Fähigkeiten des Individuums verbessern. Durch das progressive Befolgen der Stufen und die Durchführung der passenden Gradrituale erlangt das Individuum Einsicht und ultimativ Weisheit: den „Stein der Philosophen“.

3) Der Symbolismus des Baum des Wyrd ergibt sich aus der Repräsentation der Kräfte/Energien des Kosmos (und folglich jedes individuellen Bewusstseins) in Begriffen der Dualität von kausal und akausal – die sieben Sphären des Baums repräsentieren die Entwicklung (oder eher, das in jedem individuellen Bewusstsein enthaltene Potential dafür) nicht nur jedes individuellen Bewusstseins vom unbewussten über „Ego“ und „Selbst“ zur Adeptschaft, sondern auch die Evolution des Kosmos selbst, in Begriffen seines eigenen Bewusstseins oder Seins.

In den frühen Stufen wird das Kausale häufig als der „rationale“ Aspekt der individuellen Psyche, das Akausale als die unbewussten oder magischen Aspekte. Das Ziel der frühen Stufen des Weges ist für das Individuum die Erfahrung (und Entwicklung) beider, um sie dann zu vereinen, um eine Transzendenz zu erreichen.
Was wichtig am siebenfältigen Weg zu verstehen ist ist, dass er ein vollständiges und praktisches System darstellt, ohne Dogma und Mystifikation, das jedem Individuum ermöglicht, sollte es das nötige Verlangen besitzen, Adeptschaft zu erlangen und darüber hinaus zu gehen. Es handelt sich um einen einzigartigen, esoterischen Weg der, während er fest verwurzelt in der wahren Esoterik des Westens ist, für das 21. Jahrhundert und darüber hinaus geeignet ist: zum Beispiel enthält das StarGame in seinem Symbolismus und seinen Techniken all die esoterische Weisheit von Alchemie, Magie und dem allgemein „Okkulten“ und ist dabei auch eine Brücke in die Zukunft. Es ist tatsächlich eine neue Form von Sprache – und während diese neue Sprache für einige zunächst schwierig zu erlernen sein mag, eröffnet sie neue und aufregende Gebiete, neue Möglichkeiten und neue Dimensionen. Kurz gesagt, es bereichert unser Sein und erweitert unser Bewusstsein.

Die Aufgaben und Gradrituale, die mit dem siebenfältigen Weg und den Korrespondenzen assoziiert sind, werden detailliert in dem Manuskript „Physis-Magick – Ein praktischer Leitfaden zur Adeptschaft“ gegeben.

Aufmerksame Leser werden sofort verstehen, warum diese „verbotene“ Alchemie grundsätzlich schwarze Magie ist. Sie ist es schlicht, da sie die Evolution des Individuums entsprechend seiner eigenen Wünsche auf praktische Weise ermöglicht. Ihre Essenz ist praktische Erfahrung: okkulter/magischer Energien (sowohl kausal als auch akausal – das heißt „licht“ und „sinister“) doch genauso wichtig, des Lebens selbst. Sie ist kein „theoretisches“ System ohne persönliche Gefahren – sie ist lebensbejahend und bietet den Lohn der Götter, sowohl kausal als auch akausal (und was jenseits all dieser Gegensätze liegt – was nur durch Chaos ausgedrückt werden kann: Ursprung von Sein und Nicht-Sein).

 
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