Home arrow Satanismus arrow Information arrow Die Praxis des Bösen
Die Praxis des Bösen PDF Drucken E-Mail

Die Praxis des Bösen: Im Kontext


Die Praxis des Bösen (siehe Ordens MS "Satanismus, Opfer und Kriminalität"; "Sinistre Schattenmagie" u.a.) ist ein wesentlicher Bestandteil des Satanismus - für einen Novizen. Hierdurch wird der satanische Charakter gebildet, das Schicksal geprüft usw.. Allerdings ist sie nur ein Teil des Satanismus, und muss im Kontext betrachtet werden. Dieser Kontext ist das Training des Novizen. Solche Praktiken, und andere dunkle und sinistre Erfahrungen, sind nur ein Anfang - eine Grundlage, die weiteren Fortschritt ermöglicht. Sie sind außerdem selektive Prüfungen - der wahrhaft Satanische überlebt; die Anderen nicht, aus welchen Gründen auch immer. Darüber hinaus führen diese Praktiken zu einer Synthese. Sie sind im Wesentlichen Lernerfahrungen. Das Selbst-Lernen, dass sie (in jenen, die triumphieren) provozieren führt mit der Zeit zu einer Transzendenz, neuen Anfängen, neuen Stufen des satanischen Weges. Es ist wichtig, dass Novizen dies verstehen - die Erfahrungen müssen gemacht werden, was sie innerhalb und außerhalb des Individuums hervorrufen muss gemeistert werden. Das ist selten einfach - genau wie es für jene, die nach der Essenz suchen, sein sollte.

Die praktischen Erfahrungen, die sich durch ein "Leben am Limit" ergeben, beschäftigen den Novizen einige Jahre - bis zum Gradritual des Internen Adepten. Das Ritual treibt ihn in Richtung einer tieferen Selbst-Entdeckung - oder zerstört. Jene die erfolgreich sind, haben dann neue Aufgaben, neue Lebensweisen, die einmalig sind, und ihr einzigartiges Schicksal ausdrücken.

Jedoch muss verstanden werden (und ich wiederhole es noch einmal, um es zu betonen), dass diese schwierigen Grundlagen notwendig sind - ohne sie kann es keinen Fortschritt geben. Tatsächlich bedeutet Adeptschaft notwendigerweise dieses harte Fundament - dieses Verständnis von sich selbst, dass durch solche Erfahrungen hervorgerufen wird.

Auch genügt eine (eventuell zwei) Erfahrung(en) derselben Art, wenn diese Erfahrung wirklich böse ist. Keine Erfahrung sollte zu einem Fetisch werden (was ein Zeichen von Schwäche ist). Sie sollte genutzt werden, um daraus zu lernen, und nachdem daraus gelernt wurde, sollte sie fallen gelassen werden, während man fortschreitet. Dieses Lernen beinhaltet natürlich Selbst-Ehrlichkeit, eine kritische Selbst-Analyse, Einschätzung und Beurteilung. Diese Dinge geschehen selbstverständlich dynamisch - sie enervieren nicht. Wenn doch, bedeutet dies Charakterschwäche. Man ist nur kritisch um sich zu verbessern, um fortzuschreiten. Wahre Satanisten besitzen natürlicherweise das notwendige arrogante Selbstvertrauen - die Imitatoren sind entweder zu kritisch, oder selten bis gar nicht kritisch. Das bedeutet, ein Satanist strebt nach einem dynamischen Gleichgewicht zwischen Einschätzung/Beurteilung und Selbstvertrauen/Arroganz - und dies wird für gewöhnlich durch Erfahrung erzielt. Diese Balance ist ein Zeichen des Adepten.

Zwei Beispiele werden das illustrieren. Das erste betrifft eine junge Frau. Sie suchte und fand eine bereits existierende Gruppe und wurde initiiert. Sie studierte die Lehren, führte hermetische Arbeiten durch und nahm an zeremoniellen Riten teil. Nach einigen Monaten absolvierte sie das Gradritual des Externen Adepten und begann Erfahrungen zu sammeln, indem sie verschiedene "Rollen" annahm. Die erste, die sie wählte, war die der verführerischen bösen Zauberin. Sie hatte eine Menge Spaß, verführend, manipulierend, ihre Sexualität erforschend - Sadismus, Sapphismus, Orgien. Nach sechs Monaten hatte sie das Gefühl, genug gelernt zu haben, und ging dazu über, ihren eigenen Tempel zu gründen, und die Rolle der "Herrin" anzunehmen. Also rekrutierte sie, führte zeremonielle Rituale, Unterricht, Initiationen usw. durch. Sie lernte weitere Techniken der Manipulation, entwickelte Fähigkeiten in allen Formen der Magie. Nach einem Jahr entschied sie, dass sie genug aus der Rolle heraus geholt hatte. So tritt sie (auf Anraten der Person, die sie bis dahin angeleitet hatte) einer extremen politischen Gruppe bei, und spielt die Rolle einer revolutionären Aktivistin. Sie erleidet und fügt Gewalt zu - wird ein paar mal verhaftet. Sie erlangt, innerhalb der Grenzen dieser neuen Welt, einen gewissen Ruf als harte Fanatikerin. Schrittweise wird sie in dubiose Untergrundtätigkeiten hineingezogen und im bewaffneten revolutionären Kampf ausgebildet. Sie besucht Kameraden in anderen Ländern und nimmt an einigen Operationen teil, in deren Verlauf jemand von ihr getötet wird. Sie hatte das Opfer natürlich entsprechend satanischer Prinzipien ausgewählt, ließ jedoch ihre Kameraden in dem Glauben, die Entscheidung fiele aufgrund ihrer revolutionären Ansichten.

Nach einigen Monaten entfernt sie sich von solchen Untergrundaktivitäten und schließlich von ihrem politischen Engagement. All dies macht sie ihren Kameraden plausibel. Anschließend führt sie das Gradritual des Internen Adepten durch, wonach sie umzieht, um im Ausland ein nach außen hin ziemlich respektables Leben zu führen. Nach und nach gewinnt sie in ihrem gewählten Beruf (wobei ihr ein Kamerad aus den früheren revolutionären Tagen half) einen subtilen Einfluss. Im Geheimen trainiert und führt sie zwei Schüler in die Wege des Satanismus ein. Aufgrund ihres einzigartigen, starken Charakters wird sie von jenen, die nichts von ihrer Vergangenheit oder ihrer Loyalität zum Satanismus wissen, respektiert - und sogar ein bisschen gefürchtet. Sie sammelt einen kleinen Kreis Anhänger um sich (hauptsächlich junge Männer, von denen einige ihre Liebhaber sind) und hegt sie, exoterisch, wie eine gute satanische Herrin es sollte. Sie hingegen wissen natürlich nichts von ihrem geheimen Leben - es sei denn, sie wünscht dies. So führt sie ein paar von ihnen und weckt möglicherweise gewisse Charakterzüge oder Talente...

Das zweite Beispiel betrifft einen jungen Mann. Nach der Teilnahme in verschiedenen okkulten Gruppen und nachdem er verschiedene Pfade probiert hat, findet er einen satanischen Meister, der einverstanden ist, ihn anzuleiten. Er beginnt, dem siebenfältigen sinistren Weg zu folgen - hermetische Arbeiten, physische Aufgaben, Externer Adept. Er trifft jemanden, der seine magische Partnerin wird, und sie formen zusammen einen Tempel. Sie entscheiden, dass der Tempel echt sein soll - das heißt, er soll der Initiation und dem Training von Satanisten, nicht nur ihrem eigenen Vergnügen und Lernen, dienen. So finden, testen, initiieren und lehren sie geeignete Individuen. Dies dauert über ein Jahr. Zeremonielle Riten werden durchgeführt. Ihre Novizen unterziehen sich Proben, sammeln praktische Erfahrungen durch das Spielen von Rollen usw.. Allmählich fügt sich der Tempel in einer esoterischen Weise zusammen, alle sieben Mitglieder dem Satanismus verpflichtet und alle zusammen arbeitend.

Sie entscheiden sich, die Zeremonie der Abberufung durchzuführen - der Rat des Meisters, der den jungen Mann angeleitet hatte, wird gesucht, und er rät ihm, das Gradritual des Internen Adepten durchzuführen und, wenn er danach immer noch wünscht, die Zeremonie zu vollziehen, so möge er dies tun. Vorausgesetzt natürlich, der Tempel hält sich an die Richtlinien zur Auswahl und zum Testen von Opfern. Nach dem Gradritual beginnt der Tempel die Planungen für die Zeremonie. Dies dauert über sechs Monate. Sie halten die Zeremonie ab, die ein Erfolg ist - sie kanalisieren die Energie, um ein äonisches Ziel zu erfüllen. Mit der Zeit wachsen Wissen und Fähigkeiten des Tempels - verbessern das Leben der Mitglieder und unterstützen die sinistre Dialektik. Sie werden Experten im sinistren esoterischen Gesang, machen den Tempel zum Nexion. Sie entscheiden sich, geheim zu bleiben, und nur zu rekrutieren, wenn es nötig ist (ungefähr alle zehn Jahre, beschließen sie) - und ihre "gewöhnlichen" Leben weiterzuführen. Sie beschließen außerdem, eine Tradition fortzusetzen, und die Zeremonie alle siebzehn Jahre durchzuführen...

Im ersten Beispiel lernt die junge Frau aus ihren Taten, sie gelangt zu neuen Erfahrungen und Stufen der Selbst-Entwicklung. Sie entdeckt und akzeptiert ihr Schicksal - eine satanische Herrin, die ein paar wenige Schüler unterrichtet und ihr Leben genießt. Sie hat einen geheimen und subtilen satanischen Einfluss - ihr Beruf ist Teil ihres Schicksals, und sie nutzt ihn, um die sinistre Dialektik zu unterstützen, indem sie bestimmte Dinge fördert und im Geheimen Andere verändert und beeinflusst.

Im zweiten Beispiel lernt der junge Mann ebenfalls, und folgt so dem satanischen Pfad. Sein Schicksal ist mit seiner Gefährtin und dem Tempel den sie gründeten verbunden. Sie errichten eine geheime und ziemlich mächtige magische Form, die sie verwenden, um zu verändern und Veränderung in Übereinstimmung mit ihren satanischen Ansichten hervorzurufen.

In beiden Fällen führen die Erfahrungen zu einem Selbst-Verständnis und machen ein Fortschreiten entlang des Pfades möglich. Beide leben, wie es die meisten Satanisten tun - im Geheimen, ihre Arbeit verborgen. Beide helfen auf ihre Weise der satanischen Sache. Beide besitzen einen satanischen Charakter und werden möglicherweise, wenn sie es wünschen, weiter bis zum Abyss und darüber hinaus fortschreiten. Ihre Zukunft wird durch ihre dunkle Vergangenheit die, obwohl längst vorüber, nicht vergessen ist, ermöglicht.







 
< Zurück   Weiter >