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The Book of Coming Forth by Night PDF Drucken E-Mail

 

The Book of Coming Forth by Night

Eine kurze satanische Analyse


[ “Das Buch” ist ein Text, der  die Basis des Temple of Set darstellt, sowohl in der philosophischen Sichtweise als auch der okkulten. Aus diesem beansprucht der Tempel ein Mandat und daher eine „satanische“ Autorität. ]

Der Text gibt einige Hinweise, aus welchen seine okkulte Signifikanz abgeleitet werden kann. Erstens beabsichtigt er eine Kommunikation einer supra-personellen Wesenheit ( Set ) zu sein; zweitens, sein Stil und Inhalt; drittens überträgt die „Entität“ auf den Schreiber den magischen Grad des „Magus“; viertens überträgt die  „Entität“ ( oder scheint zu übertragen ) eine Autorität auf diesen „Magus“ „meinen Tempel neu zu weihen“  ; fünftens,  werden verschiedene „Äonen“ erwähnt.

Die Informationen, die in diesem Text über „Äonen“ enthalten sind, sind sehr interessant – er stellt fest, dass ein Äon 1904 (eh) durch Crowley begonnen wurde und dass dieses Äon 1966 endete  [ ein Zeitraum von etwa 62 Jahren ]. Er gibt ebenso noch ein neues Äon bekannt mit der Bekanntgabe von Aquino als „Magus“. Diese Information ist aus einer initiierten satanischen Sichtweise interessant, weil es einen totalen Mangel an initiierter Einsicht offenbart – stattdessen scheint er mit den Verwirrungen in der Art, wie „Der Golden Dawn, wie er „Äonen“ betrachtet, fortzufahren, etwas, das von Crowley mit seiner Beschreibung des „Magus“ fortgesetzt wurde ( eine Beschreibung, die von der „Entität“ im Text benutzt worden zu sein scheint ).

Die Wirklichkeit ist, dass ein Äon eine kausale Manifestation einer akausalen Energie ist – ein Eindringen in die „alltägliche“ Welt, einer kreativen, evolutionären Kraft, die als „Satan“ beschrieben wurde: Solche Manifestationen erscheinen etwa alle zwei Millennien und verursachen höhere oder Äonische Zivilisationen, welche den akausalen Energien Form geben. Das heißt, solch eine Zivilisation  ist ein  Mittel, durch das evolutionäre Veränderungen auftreten. Diese Zivilisationen sind organisch – sie wachsen, dann schwinden sie und sterben. Das braucht eine Weile der kausalen Zeit – generell eineinhalb Millenien. Zu jeder Zeit gibt es nur eine äonische Zivilisation – und natürlich nur ein Äon. Ein Äon meint das Vorhandensein akausaler Energien über eine bestimme Zeitspanne hinweg in der Form einer Zivilisation, und jedes Äon ist eine neue Manifestation des Akausalen, d.h. es wird als magisch begriffen, durch neue Formen, Symbole, Worte und so weiter. Ein echter Magus re-präsentiert in der Tat ein Äon.
Einfach ausgedrückt kann ein Äon nicht bloße 62 Jahre andauern. Ein neues Äon bedeutet eine neue Zivilisation, in der wirklichen Welt; ein neues Ordnen der Gesellschaften, ein neues Ethos innerhalb dieser  Gesellschaften. Es bedeutet einen Prozess des organischen Wachstums über mehrere  Jahrhunderte. Es bedeutet die Veränderung von Individuen – eine höhere Bewusstheit – über Jahrhunderte. Alles weniger als dies ist, magisch, kein Äon.
Daher wird entweder das Word Äon im Text im falschen Sinne verwendet oder der Text selbst offenbart einen Mangel an echtem magischen Verstehen.
°Der Text selbst, sowohl in seinem Stil, wie auch in seinem Inhalt erinnert an das Arbeiten eines satanischen Initiaten, der dem siebenfältigen Weg folgt – d.h. Arbeiten mit einem der Pfade, die die Sphären des Baumes des Wyrd verbinden, wenn verschiedene “Entitäten” invoziert werden [ Ein Beispiel eines solchen Arbeitens wurde 1974 (eh) veröffentlicht - 'The Message of the One of Thoth' ]. Solche Arbeiten werden generell als Lernerfahrungen verstanden – wenn der satanische Novize durch archetypische Symbolismen und archetypische Formen seine eigene Psyche erforscht. Die meisten Magier, egal welchen Pfades oder Tradition, produzieren solche “Kommunikationen” in ihren Lernjahren. Jene die einsichtig sind, lernen von diesen – und dann bewegt sich der Novize weiter: Die Arbeiten werden rein als Erkundungen des Unbewussten gesehen. Die die nicht einsichtig sind, verbleiben bei solchen Arbeiten – sie versagen, sie zu objektivieren, sie versagen, sie durch ein bewusstes Verstehen dessen, was sie wirklich sind zu integrieren: arbeiten lediglich mit verschiedenen archetypischen Symbolen [ Ein klassischer Fall ist John Dee ]. Solche, die versagen, sie zu integrieren, sehen solche Arbeiten normalerweise als “Erklärung” einer supra-personalen Wesenheit oder Entität: das bedeutet, sie werden als tatsächliche und wichtige Offenbarung einer “Gottheit” gesehen. Folglich wird viel Zeit darauf verwendet, zu “verstehen”, was die häufig kryptische(n) Kommunikation(en)  bedeuten und “Kommentare” darüber zu schreiben.
Somit ist der Text entweder  ein Beispiel einer solchen Arbeit von jemandem, der bis jetzt noch keine Adeptschaft erreicht hat oder er ist eine tatsächliche “Kommunikation” einer Entität.

°Die “Entität” überträgt auf den Schreiber den Titel des “Magus” und weist den Schreiber an, den Tempel wieder einzuweihen und so weiter. In der wirklichen Welt werden die magischen Grade als persönliche Errungenschaften verstanden und repräsentieren den Zugewinn von Wissen, Erfahrung, Einsicht und Fähigkeiten durch den individuellen Magier – ein Lernen von Weisheit durch das Überwinden von Widrigkeiten; eine Transformation der Persönlichkeit, sowohl durch magische als auch Errungenschaften im wirklichen Leben.
Als solches werden die Grade, abgesehen vom Ersten ( d.h. Initiation ) nie zuerkannt oder von Anderen verliehen. Sie werden ausschließlich und stets von jedem Individuum erreicht: dadurch das dieses Individuum eine Ebene der persönlichen Entwicklung erlangt, die durch jeden Grad re-präsentiert wird.
Das Ziel des echten okkulten Pfades ist die Befreiung des Individuums – zu einer höheren Stufe der persönlichen Evolution fortzuschreiten; über die Trägheit der Herde hinauszugehen. Das heißt, die Individuen arbeiten an ihrer Entwicklung, vielleicht unter der Mithilfe und Führung derjenigen, die diesen Weg zuvor gegangen sind. In einem bestimmten Sinne sind echte okkulte Pfade Mittel, mit denen ein evolutionärer Fortschritt bewusst erreicht werden kann: sie repräsentieren das Wissen und die Einsichten der derzeitigen und vorigen Äonen. Was evolutionär ist, ist Individualität, – das Werden einzigartiger Individuen, die vernünftig denken können, die urteilen können, die handeln können, die Einsicht besitzen. Was de-evolutionär ist ( oder einfach ein Stillstand ) ist Konformität – anderen zu erlauben, für einen vernünftig zu denken, zu urteilen, einen zu informieren, was “Einsicht” ( und Ähnliches ) sei: d.h. Die Lösungen, die Antworten Anderer zu akzeptieren, statt diese für sich selbst auszuarbeiten.

In einem wirklichen Sinne repräsentieren die magischen Grade die Stufen des Werdens eines Individuums, : wie sie sich mehr und mehr das Akausale aneignen ( oder “ihr Bewusstsein mehr und mehr in das Akausale erweitern” auf eine ziemlich ungenaue Weise ). Das kann nicht für sie getan werden – auf jeder Stufe. Daher ist das Übertragen eines bestimmten magischen Grades durch jemanden oder “Etwas” auf einen Anderen ein Zeichen, dass jene, die so übertragen oder das so akzeptieren, fundamental nicht verstehen, was die Grade repräsentieren – im Endeffekt mangelt es Ihnen an Verständnis, worum es im echten Okkultismus überhaupt geht. Jene, die so etwas akzeptieren, erlauben jemand Anderem, für sie zu urteilen und zu entscheiden; diejenigen, die übertragen, erhalten die Illusionen derer aufrecht, auf welche sie die Grade übertragen.

Das ist im Falle eines Magus ebenso ( oder eher, besonders so ) – dieser Grad wird von einem Individuum als ein Ergebnis erreicht, individuell weiter entlang des gewählten okkulten Pfades gegangen zu sein als jeder andere, mehr erreicht zu haben, sich selbst mehr des Akausalen ( oder “des Sinistren”, wenn man das bevorzugt ) angeeignet zu haben. Auf dieser Stufe heißt das, ein Nexion zu öffnen / zu erschaffen, um akausale Energien in die kausale Welt zu bringen: d.h. Äonische Enerien zu kanalisieren und sie zum Erscheinen zu bringen. Das erfordert natürlich ein Verstehen der Äonen und wie Äonische Energien im Kausalen erscheinen oder erscheinen können, mittels Zivilisationen, Ethos, Wyrd und so weiter. Das ist offenkundig nicht der Fall für den Schreiber des zu betrachtenden Textes.

Denn diese Person akzeptiert die Übertragung eines Grades durch etwas, das vorgeblich “Set” ist und akzeptiert, dass ein “Magus” zu sein bedeutet, durch ein Mandat den “Willen” dieser Entität, mittels eines Wortes (und eines “geweihten Tempels” und folglich Priesterschaft ) zu manifestieren.

°Die Erwähnung von Crowley und seinem “Gesetz” ist interessant, da es zeigt, dass es keine wirkliche Einsicht in die Kräfte gibt, die das gegenwärtige Äon geformt haben und formen. Crowleys “Gesetz” und “Magick” waren Manifestationen jener Störung der Äonischen Energien, die das westliche Äon betroffen hat – von welcher ein Aspekt die Nazarener Religion ist. Andere Aspekte sind die “Kabbala”, die “Dämonologie” der Grimoiren, die Verherrlichung des Egos auf Kosten der Einsicht und ein Mangel an echter Beweisführung.

Die Arbeit von Crowley setzte diese Störung fort – sie war keine Linderung dafür. Crowleys Verständnis für wirkliche Magick war minimal – und er besaß weder Einsicht in Äonen als auch Äonische Energien. Tatsächlich zeigen sein Leben und Werk, dass er niemals Adeptschaft erlangte, geschweige denn Meisterschaft.

Wenn die “Entität”, von welcher der Schreiber den Text erhielt, die war, als die der Schreiber sie beschrieb – der Fürst der Dunkelheit – dann mag man ein Verständnis der Äonen und Crowleys essentieller Irrelevanz erwarten. Stattdessen gibt es einige ziemlich pseudo-mystische, pseudo-philosophische Aussagen hinsichtlich des “Äons von HarWer” und des “Opposite Self”, d.h. eine klare, prägnante, rationale Beschreibung wird nicht gegeben. Was gegeben wird, erfordert “Interpretation”.

Eine Betrachtung des Textes offenbart ihn im Wesentlichen als eine Arbeit von jemandem, der absorbiert hat, was bis dato als die “westliche” Tradition des Okkultismus akzeptiert wurde – wie veranschaulicht durch John Dee, den Golden Dawn, Crowley et al. - wo Kommunikation mit ausserirdischen/supra-personalen Entitäten akzeptiert ist und wo solche Kommunikationen dazu tendieren, als Mandate akzeptiert zu werden, die denjenigen der sie erhielt, dazu autorisieren, Tempel/Logen zu gründen/ ein “Äon” einzuläuten und so weiter. Diese “Tradition”, die eigentlich ein Teil der Störung ist, veranschaulicht durch Offenbarungsreligionen, wie die des Nazareners – akzeptiert solche Offenbarungen und die Individuen, die sie empfangen. Die Schreiber solcher Kommunikationen behandeln sie mit Respekt – oft als “heilig” und interpretieren sie durch zahlreiche Kommentare zum Vorteil des Initiierten und Nichtinitiierten gleichermassen. Diese Tradition fördert folglich eine bestimmte Mentalität – die religiöse Grundeinstelllung, wobei Offenbarung, Mandate und “Interpretationen” nicht nur als von hohem Wert gesehen werden, sondern auch als wichtiger als wirkliches Verstehen und rationales Wissen; wo die Vorstellung von Exklusivität, von “Auserwähltheit” gewahrt ist. Es gibt die Akzeptanz eines “Mandates”, welches Authorität verleiht.   Und von Mitgliedern wird erwartet, folgsam gegenüber dieser Autorität zu sein, die sich selbst das Recht vorbehält zu entscheiden, wer akkzeptabel ist und welche Ethik/Doktrinen/Sichtweisen akzeptabel/”richtig” sind.

Der ganze Text offenbart diese religiöse Einstellung und Herangehensweise. Interne Offenbarungen werden als wichtiger gesehen als die Einsicht und ein Urteil, das aus praktischer Erfahrung geboren ist. Es ist bezeichnend für den pseudointellektuellen Angang der, Dank der Störung der Äonischen Energien, heutige Gesellschaften so dominiert – das ein individueller Charakter weniger wichtig als mutmaßendes, anmaßendes “Wissen” ist. Eine Masse von nutzlosem “esoterischen” und nicht-esoterischen ( historisch, philosophisch u.s.w. ) Wissen wird höher bewertet als Taten, als Lernen durch praktische Erfahrung. Dies erweist sich im “Kommentar” zu dem Text.

In Kürze - Der Text und die Formen, die um ihn herum errichtet wurden ( der Tempel usw. ) spricht einen bestimmten Typus des Individuums an: die, die die Bequemlichkeiten der Werte des alten Äons brauchen, wo es Vortäuschung und Einbildung einer Errungenschaft gibt durch die Ansammlung von bedeutunglosen “Fakten” und wo vor jenen Feuerproben und Erfahrungen, die wirklich verändern und Selbsteinsicht liefern können zurückgescheut wird; wo das Individuum die Aufgabe, Antworten und Urteile zu liefern an jemand Anderen delegiert.

Eine letzte Überlegung – von einer Entität, die als der Fürst der Dunkelheit beschreiben wird, wird im Text keine Betrachtung darüber angestellt, was tatsächlich böse, sinister ist. Ein weiteres Mal gibt es nur pseudo-mystische, pseudo-philosophische Abschweifungen in der Art wie man sie von Blavatsky und anderen Scharlatanen kennt. Man sollte annehmen, der “Fürst der Dunkelheit” könnte eine klare, präzise, prägnante, unmissverständliche Erklärung liefern, die sowohl für einen Doktor der Philosophie Sinn macht ( wenn man für den Moment annimmt, ein Doktor der Philosophie würde Sinn erkennen, wenn er ihn am Kopf träfe ) als auch für eine nicht-akademische, aber belesene, Person.

Zusammenfassend macht der Text Sinn als und ist ein gutes Beispiel für eine Arbeit von jemandem der danach strebt, Adeptschaft zu erreichen -  in sich selbst archetypische Gegensätze zu integrieren. Wenn es nicht das ist, dann kann es nur eine bewusstes Werk eines Individuums sein, das das Bild dieses Individuums verstärkt, zu dem Zweck, andere zu manipulieren und möglicherweise dadurch einige sinistre Ziele zu erreichen. Wenn der Schreiber solch eines Textes glaubte, dass es eine echte Kommunikation einer supra-personalen Entität sei, dann hat dieser Schreiber offensichtlich keine echte Adeptschaft erreicht*. Wenn der Schreiber jedoch glaubte, dass solch eine Kommunikation von seinem eigenen “höheren Selbst” oder etwas dieser Natur [ d.h.  er postuliert es nicht als aus einer anderen, diskarnierten Entität herstammend ] dann hat dieser Schreiber offensichtlich nicht Adeptschaft und das Verstehen, das damit einhergeht, erlangt – wie aus dem Inhalt des Textes hervorgeht. Wenn der Schreiber den Text bewusst konstruiert hat um ihn als ein Mittel zu benutzen, einen Tempel zu erschaffen und aufrecht zu erhalten und seinen eigenen Stand in diesem Tempel, dann könnte gesagt werden, dass dieser Schreiber vielleicht ein Adept sein könnte – aber bestimmt nicht weiter entlang des Pfades der linken Hand [ Ein Meister braucht eine solche Trickserei nicht – vorzugeben, er hätte ein “Mandat” von jemandem/ einer Entität oder eine Art von “offenbartem Wissen” erhalten zu haben]. 
Im Kern repräsentiert der Text – sowohl in seinem Inhalt/Stil wie auch dem Gebrauch, der davon gemacht wurde – alles, was falsch ist und falsch war mit dem, was für “Okkultismus” gehalten wurde und wird, soweit es die Initiaten der echten Traditionen betrifft. Als ein Dokument des Satanismus ( oder gar des Pfades der linken Hand ) ist es als eine Kuriosität von Interesse – ein Beispiel, was Satanismus und der Pfad der linken Hand nicht ist. Risum teneatis, amici?

*Aufgrund des Glaubens selbst sowie auch des durch die Entität weitergegeben trügerischen Inhalts: Ein Inhalt voll vom Gebrauch vergangener äonischer Formen ( hier,  ägyptisch ) und einem Vorsatz, sie wieder zu beleben: etwas, das die falschen Okkultisten seit römischen Zeiten verdorben hat.

 
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