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Satanismus, Blasphemie, und die Schwarze Messe

 

In einer wichtigen Hinsicht mag Satanismus als Katharsis betrachtet werden - ein Mittel durch das sich Individuen von jenen beschränkenden Rollen befreien können, die häufig (jedoch nicht immer) Schöpfung des Ethos der Gesellschaft sind, in der sie sich befinden. Daher war in den vergangenen etwa 1000 Jahren das wichtigste satanische Ritual in Westeuropa die Schwarze Messe, einfach deshalb, weil der äußerlich herrschende Ethos die organisierte Religion des Nazareners war. Worin aber der Satanismus schwer missverstanden wurde, ist der Grund für diesen Akt der Katharsis, insbesondere da die echte Schwarze Messe nur eine oberflächliche Ähnlichkeit mit jener "Schwarzen Messe" hat, die von verschiedenen Autoren und "Autoritäten" etwa in den letzten fünfhundert Jahren beschrieben wurde.

Satanismus repräsentiert, auf einem fundamentalen Level, den dunklen Aspekt des Individuums, und durch die Identifikation mit ihm und die Transformation, die daraus resultiert, wird das Individuum befähigt, das Große Werk, dessen Erfüllung das Ziel des Adepten ist, zu Ende zu bringen. Dieses Große Werk ist nichts Anderes als die Erschaffung eines neuen Individuums, und dieser neue Typ erzeugt aufgrund des befolgten Pfades in Anderen einen gewissen Schrecken (Nietzsches Anti-Christ). Natürlich ist der Linkshändige Pfad schwierig und gefährlich, und Versagen resultiert daraus, dass die Person, die dem Pfad folgt, missversteht, wie die dunklen Kräfte angegangen, manipuliert und, am Wichtigsten, integriert werden können, um eine Identifikation jenseits von Gut und Böse, so wie diese Begriffe gewöhnlich verstanden werden, zu ermöglichen. Das bedeutet, jene die in ihrer Suche entlang des Pfades versagen (Gilles de Rais ist ein gutes Beispiel) tun dies, weil sie grundsätzlich die Dichotomie von "gut" und "böse" akzeptieren, während dergleichen im Kosmos nicht existiert, außer als Projektion des Geistes.

Blasphemie ist nur dann effektiv, wenn sie, erstens, ein echter Schock für die Werte ist die, obwohl akzeptiert, dies oft nur unbewusst sind, und zweitens, eine Anerkennung der positiven und lebensverbessernden Qualitäten ist, die sich aus der infernalen Opposition ergeben. Folglich wird die traditionelle Schwarze Messe, obwohl sie, aufgrund der andauernden Beschränkungen durch nazarenische Glaubensvorstellungen, noch immer kraftvoll ist, heutzutage häufig durch eine Messe ersetzt, die in ihrer unzensierten Version eine schockierendere Blasphemie für die Mehrheit der Menschen in den westlichen Ländern darstellt.

Die Schwarze Messe, und die moderne Satanische Messe, die sich daraus herleitet, provozieren in ihren wahren Formen aufgrund der positiven Opposition eine stimulierende Reaktion. Negative Opposition, wie z.B. die sogenannte "Schwarze Messe", wie sie von Huysmans in "La Bas" beschrieben wird, ist enervierend. Wahre Satanische Opposition erzeugt genau das Gegenteil - einen Willen nach mehr Leben, und es ist dieser positive, vitale Wille, der die Quintessenz des echten archetypischen Bildes von Satan, dem Gegenspieler, ist.

Eine der schockierendsten Satanischen Messen, die heute von satanistischen Gruppen benutzt werden, basiert auf einer Evokation von Adolf Hitler - und zwar nicht als etwas Künstliches, noch weniger als psychologisches "Spiel", sondern als wirkliche Identifikation mit dem positiven Aspekt der nationalsozialistischen Philosophie. (Für die meisten Leser wird dies, natürlich, Blasphemie - ungeheuerlich - sein und genau darum geht es.) Wie bei der traditionellen Schwarzen Messe ist es die Betonung der positiven, vitalen Qualitäten der Opposition, die von vorrangiger Bedeutung ist, da diese allem Angenommenen grundlegend widerspricht. Daher wird in dieser speziellen Satanischen Messe Adolf Hitler nicht so dargestellt, wie er von seinen Gegnern porträtiert wurde - oder wie man ihn heute sieht - als eine Art "böses" Monster, sondern als das genaue Gegenteil, eine Art Erlöser.

Echter Satanismus ist nicht einfach Inversion - er ist eine vollständige Zurückweisung aller Bilder eines bestimmten Ethos, und ein Satanist verwendet diese Bilder, deren Inhalte verkehrt wurden, gegen seine eigene Konditionierung und letztlich gegen den Ethos selbst. Individuen, die an einer echten Satanischen Messe teilnehmen, erleben manchmal eine Art "Satori" - oder plötzliche Erleuchtung - und werden so zu einer Erweiterung ihres eigenen Bewussteins und einer erhöhten Vitalität geführt, da sie sich von beschränkenden Gegensätzen befreit haben.

Auf seinem höchsten Level enthüllt Satanismus, was der Ethos einer bestimmten Gesellschaft durch Bilder, Dogmen, Worte und Ideen verschleiert hat, und führt das Individuum ins ursprüngliche Chaos, aus welchem die Gegensätze geformt wurden, zurück

Diese Enthüllung verleiht dem Individuum Kontrolle, und Bewusstsein seines einzigartigen Schicksals, und es ist der Zweck echter satanischer Gruppen, solche Enthüllungen durch blasphemische Riten und individuelle Anleitung zu fördern. Jenseits solcher Enthüllung verschwinden konventionelle Magie und Ritual, ersetzt durch die tiefste Empathie. Was C.G.Jung "Individuation" nannte, entspricht dieser Empathie, ist jedoch selbst nur ein Anfang. Satanische Orden verbessern die Evolution - während die Mehrheit der Leute, ängstlich vor solchen höllischen Schrecken, schläft.

 



 



 
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