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Satanismus und Kindesmissbrauch


Es wurden und werden Anschuldigungen bezüglich "satanischen" Kindesmissbrauchs, das heißt, sexueller Missbrauch von Kindern als Teil satanischer Rituale, Praktiken und Glaubensinhalte, erhoben.

Echter Satanismus - wie alle echte Magie - ist ein Pfad, Weg oder eine Methode der individuellen Selbst-Entwicklung. Rituale können ein Teil davon sein, und sind es häufig, doch all diese Rituale stimmen in bestimmten Mustern überein: sie dienen insgesamt der Förderung des Selbst-Verstehens, sowie der Entwicklung und Verbesserung gewisser "okkulter" Fähigkeiten. Natürlich betreffen einige Rituale und Methoden die Erfahrung bestimmter Emotionen durch das Individuum und, im Satanismus, den Genuss gewisser Vergnügungen. Jedoch beinhaltet dieses Erfahren, aufgrund der Zielstellung des Satanismus (das Erlangen magischen und persönlichen Verstehens und dadurch die Förderung von Evolution und Selbst-Meisterschaft) eine bewusste Wahl oder Entscheidung durch den Einzelnen. Dies macht Satanismus notwendigerweise zu einem erwachsenen Weg, denn echter Satanismus befasst sich weder mit der Bekehrung noch "Korrumpierung" Anderer, ohne deren Einwilligung. Sein Anliegen - das muss wiederholt werden - ist aus bewusster und freier Entscheidung resultierender Aufstieg - alles andere ist ebensowenig satanisch als es magisch ist. Diese freie Wahl ist Teil aller echten okkulten und magischen Pfade: Initiation bedeutet genau diesen freien Entschluss, eine innere Suche zu beginnen. Wenn es in dieser Hinsicht keine freie Wahl gibt, gibt es auch keine echte Initiation - welcher Weg auch befolgt werden mag. Wo Satanismus sich unterscheidet, liegt in seinem Ziel, der Lebensphilosophie und den Techniken, die zur Erlangung des Zieles Verwendung finden - diese machen ihn (konventionell betrachtet) zu einem "Linkshändigen Pfad".

Folglich kann es weder soetwas wie Initiation im Kindesalter geben, noch die Teilnahme von Kindern unter einem bestimmten Alter an echten magischen Ritualen. Was es geben kann und - zumindest im wahren Satanismus - häufiger gibt, ist die schlichte Widmung von Säuglingen zum dunkleren Pfad durch ihre Eltern, und diese beinhaltet lediglich die Berufung von Hütern, auf das Kind aufzupassen und für es zu sorgen: "Versprichst Du, so Erwählter, über dieses Neugeborene zu wachen, und es in unseren Wegen zu unterweisen, wenn die Zeit zum Lehren gekommen ist..." (aus der "Zeremonie der Geburt" im "Black Book of Satan"). Die Zeit des Lehrens ist, entsprechend satanischer Philosophie, wenn das Kind für sich selbst entscheiden kann - im Alter von sechzehn Jahren oder danach - das heißt, wenn es die Schwelle zum Erwachsensein erreicht hat.

Daher gibt es und kann es so etwas wie "satanischen" Kindesmissbrach nicht geben: keine Kindheits-"Initiation", keine Teilnahme von Kindern unter einem bestimmten Alter an Ritualen, und keinen Missbrauch von Kindern durch erwachsene Satanisten. Letzteres ist besonders wichtig - Satanismus befasst sich mit der Erlangung von Selbst-Verstehen und Selbst-Meisterschaft. Die Missbrauchenden (ob Kinder, Drogen oder Vergnügungen) werden von größtenteils unbewussten Wünschen und Impulsen beherrscht - sie mögen manipulieren und versuchen, Andere zu kontrollieren, die dafür anfällig sind, aber sie können sich nicht selbst kontrollieren, oder gar beginnen, ihre "dunklere" Seite zu verstehen. Kurz gesagt, sie sind schwache - und allgemein eher bejammernswerte - Individuen, auch wenn sie sich vielleicht hinter einer "Maske" oder "Rolle" verbergen. Solche Menschen sind keine Satanisten, sondern Versager. Der Satanist strebt nach Selbst-Meisterschaft, Selbst-Überwindung: zum Wissen ...

Das populäre Bild des Satanismus ist eine Lüge - ein Mythos, erfunden und gepflegt von jenen, die ein berechtigtes Interesse daran haben, ihn aufrecht zu erhalten. Organisierte Religionen und unterentwickelte Individuen benötigen solche Mythen, wie sie stereotypisierte Feinde brauchen: denn nur durch solche Mittel können diese Leute und Religionen überleben und florieren. Viele glauben mit der Sicherheit, die Glaube und Fanatismus mit sich bringen, diese Mythen über Satanismus und die allgemeineren über "rituellen Kindesmissbrauch".

Es braucht einen unvoreingenommenen Geist, eine gewisse mentale Freiheit, um die präsentierten Fakten so zu erwägen, wie sie sollten, und anschließend eine informierte Beurteilung der Sache abgeben zu können. Es ist diese Freiheit, die voreingenommene, religiöse Intoleranz zerstört.

Die wirkliche Frage zu satanischem Kindesmissbrauch (und rituellem Missbrauch an sich) ist daher eine Frage über Haltung und Verpflichtung gegenüber vernünftigem Denken und vernünftiger Debatte. Lange nachdem die Wissenschaft aufgezeigt hatte, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist, fuhr die Kirche - ihre Priester und Anhänger - fort, etwas Anderes zu glauben. Kehren wir nun - hinsichtlich der Frage des satanischen Kindesmissbrauchs - in jene dunkle Zeit des Glaubens zurück, des Glaubens an das, was gewisse Kirchenleute uns glauben machen wollen, um ihre Religion und ihre eher intolerante Weltanschauung zu stützen, oder schreiten wir einem größeren, auf der Akzeptanz von Fakten basierenden, Verständnis entgegen?

Diese Fakten zeigen auf, dass satanischer Kindesmissbrauch - und ritueller Missbrauch - Mythen sind.


 


 



 
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