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Der Linkshändige Pfad - Eine Analyse

 

Der Linkshändige Pfad und Satanismus haben insofern miteinander zu tun, als es sich beim Satanismus um einen bestimmten LHP handelt. LHP ist der Name den wir verwenden, um ein spezielles System esoterischen Wissens und praktischer Techniken zu bezeichnen - dieses System ist ebenfalls als 'die schwarzen Künste' bekannt.

Der Unterschied zwischen Links- und Rechtshändigen Pfaden 

Das Ziel aller echten okkulten Pfade oder Systeme, ob nun designiert Links- oder Rechtshändig, liegt im Erreichen oder 'Finden' eines bestimmten Zieles via esoterischen Wissens/esoterischer Fähigkeiten. Dieses Ziel ist unterschiedlich bezeichnet worden (Gnosis, Stein der Weisen, Erleuchtung).

Wie auch immer - es ist ein gängiger Irrtum, dass der RHP altruistisch, und der LHP egozentrisch sei. Anders gesagt, die Unterschiede zwischen ihnen wurden und werden oft in individualmoralischen Begriffen gesehen. Ein weiteres Fehlkonzept ist die Betrachtung der Unterschiede in absoluten moralischen Begriffen - RHP als das 'Gute' repräsentierend und LHP das 'Böse'. In neuerer Zeit wurden Versuche gemacht 'graue' Pfade zu formulieren, die Elemente aus beiden Richtungen kombinieren. Diese 'grauen' Pfade werden (von ihren Anhängern) als der 'wahre' okkulte Weg angesehen.

Die Realität sieht etwas anders aus. Die LH Pfade und RH Pfade [künftig wird der Singular 'Pfad' verwendet, sollte aber als Plural verstanden werden] sind sehr speziell und unterscheiden sich sowohl in Zielen als auch Methoden. Der fundamentalste Unterschied ist wohl, dass der RHP restriktiv - bestimmte Dinge sind verboten oder werden verachtet - und kollektiv ist. Das bedeutet, der RHP nimmt dem Individuum einen gewissen Teil persönlicher Verantwortung durch ein formales Dogma, einen ethischen Kodex, Verhaltensregeln und die Teilnahme an organisierten Gruppen, wie lose diese Gruppierung auch sein mag, ab. Kurz gefasst: die Identität des Individuums wird zu einem gewissen Grad weggenommen - durch die Glaubenssätze des Systems, die das Individuum zu akzeptieren hat, und dadurch eine höhere 'Autorität' akzeptiert, sei diese Autorität eine Person, eine Gruppe oder eine 'Ideologie' (oder, gelegentlich, eine suprapersonelle Entität - ein 'Gott' oder 'Götter').

Der LHP ist in erster Linie unstrukturiert in seinen Methoden. Im echten LHP gibt es nichts Verbotenes und keine Beschränkungen. Das bedeutet, im LHP übernimmt das Individuum die alleinige und volle Verantwortung für all seine Taten und sein Streben. Dies macht den LHP sowohl schwierig als auch gefährlich. Seine Methoden können als Entschuldigung für Anti-Soziales Verhalten benutzt werden, als Unterstützung der Fetische und Schwächen einzelner Individuen ebenso, wie sie manche zu verbotenen und illegalen Handlungen führen können. Die wahre LHP-Initiaten unternehmen eine Suche - und daher suchen sie etwas: das heißt, es gibt eine Dynamik, einen Imperativ, bei ihren Handlungen, ebenso wie ein bewusstes Verstehen, dass all diese Handlungen nur ein Teil der Suche, nicht aber die Suche selbst, sind. Dies kommt daher, dass der LHP-Initiat Meisterschaft und Selbst(er)kenntnis, als impliziert in einer solchen Initiation, sucht. Dementsprechend sieht der LHP-Initiat Methoden lediglich als Methoden, Erfahrungen lediglich als Erfahrungen. Beide werden benutzt, von ihnen gelernt und sie dann wieder verworfen.

Daher ist der LHP durch seine Natur unbarmherzig - die Charakterstarken gewinnen, die Schwachen gehen unter. Es gibt keine 'Sicherheitsnetze' im LHP - kein Dogma oder Ideologie, um sich daran zu halten, niemand, der es einem bequem macht und die Schläge abschwächt, keine Organisation, Person oder 'Wesenheit' zu denen man rennen kann, wenn die Sache schwierig wird, die Unterstützung, Sympathie und Verständnis bieten. Oder die, ebenso wichtig, die Verantwortung für die Taten des Initiaten übernimmt.

Der LHP bringt Selbst-Erlangung und Selbst-Exzellenz hervor - oder zerstört, entweder wörtlich, oder durch Täuschung und Wahnsinn.

Weiterhin ist das Ziel/die Ziele des LHP individuell spezifisch - es ist das Erheben dieses Individuums zur 'Gott-heit'; die Erfüllung individuellen Potentials und so die Entdeckung und Erfüllung seines einzigartigen Schicksals. So bringt er einzigartige Charaktere, einzigartige Individuen hervor. Der RHP, auf der anderen Seite, befasst sich mit 'idealistischen' und daher suprapersonellen Zielen, der 'Gesellschaft', 'Menschheit' usw. zu helfen: das Individuum wird durch abstrakte und impersonelle Formen 'neu erschaffen' .

Die Natur des LHP bestimmt, dass seine Initiaten größtenteils für sich allein arbeiten. Anhänger des LHP sind Meister ihres noch unmanifesten Schicksals. Und während sie Anleitung und Rat akzeptieren, verwerfen sie jede Form von Unterwürfigkeit: sie lernen für sich selbst, durch eigene Erfahrungen und eigene Anstrengungen. Dies ist für ein Verständnis der wahren Natur des LHP nötig. Der LHP bedeutet dieses Selbstvertrauen, diese Selbsterfahrung, diese eigenen Anstrengungen, diesen Kampf um das Erlangen. Der RHP bedeutet, jemand anders - ein Individuum, eine Autorität oder Hierarchie - belohnt oder verleiht dem RHP Initiaten irgendein Zeichen oder Symbol seines 'Fortschritts'. Das heißt, der RHP Initiat nimmt die Rolle eines Schülers oder 'Chela' - und häufig die eines Kriechers an. Er verlässt sich auf jemand anderen oder etwas jenseits von sich selbst, während der LHP Initiat sich ausschließlich auf sich selbst verlässt: seinen Scharfsinn, seine Fähigkeiten, seinen Charakter, sein Verlangen, seine Intelligenz usw.. Der erfolgreiche LHP Initiat lernt aus seinen eigenen Erfahrungen und Fehlern. Der RHP Initiat versucht aus der Theorie zu lernen - von dem, was andere getan haben.

Essenziell ist der LHP Initiat ein Freigeist, bereits von einem gewissen zielstrebigen Charakter, während der RHP Initiat in Abhängigkeit von den Ideen und Taten anderer ist.

Der Begriff der Selbst-Verantwortung ist, wie bereits erwähnt, entscheidend für den LHP, und jede Organisation, die behauptet dem LHP anzugehören, und dies nicht in Theorie und Praxis unter Beweis stellt, ist betrügerisch. In der Praxis bedeutet dies, dass eine Organisation die Erfahrungen ihrer Mitglieder nicht beschränkt - z.B. stellt sie ebenso wenig eine bindende Autorität dar, die die Mitglieder entweder zu akzeptieren haben, oder mit einem Rauswurf rechnen müssen, wie sie keine Verhaltensregeln oder ethischen Richtlinien aufstellt. Das heißt, sie verkündet kein Dogma, dass die Mitglieder zu akzeptieren haben, wie sie auch keinen Gehorsam dieser Mitglieder, vor dem was die Hierarchie vorschreibt, erwartet. Es gibt keine 'Ächtung' bestimmter Ansichten, Personen oder anderer Organisationen, wie es auch keine Versuche gibt, Mitglieder konform zu machen, was Meinungen, Verhalten, Ansichten usw. angeht. Wenn es irgendetwas von diesen Dingen gibt, dann ist die Organisation die so handelt sicherlich keine Organisation des LHP, selbst wenn sie einige der Motive, Symbole oder Methoden des LHP benutzen mag. Eine solche Organisation ist stattdessen mit dem RHP verbunden - durch den Effekt, den sie auf ihre Mitglieder hat.

Zusammenfassend kann gesagt werden, der RHP ist soft, der LHP ist hart. Der RHP ist wie ein gemütliches Spiel. Eines, dass man eine Weile spielen, dann aufhören, und es irgendwann später wieder aufnehmen kann. Der LHP ist ein Ringen, das Jahre braucht. Der RHP schreibt Verhalten vor und limitiert die persönliche Verantwortung. Der LHP impliziert persönliche Verantwortung und Selbst-bemühen. Der RHP verlangt vom Individuum eine bestimmten Konformität. Der LHP schränkt nicht ein. RHP Organisationen und 'Lehrer' verlangen Konformität und die Akzeptanz ihrer Autorität. LHP Organisationen und Meister/Meisterinnen bieten nur Rat und Anleitung basierend auf ihren eigenen Erfahrungen an.

Satanismus: 

Wie schon gesagt, ist Satanismus ein bestimmter LHP. Konventionell und falsch wird Satanismus als Teufelsanbetung beschrieben.


Das Wort 'Satan' stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie 'Anklage'. Das heißt, Satan ist ein Archetyp der Störung - der Widersacher, der das Akzeptierte herausfordert, der trotzt - der zu wissen begehrt. In seiner Essenz ist Satan ein Symbol für dynamische Bewegung: die generative oder treibende Kraft hinter der Evolution, Wechsel.

In Wirklichkeit ist Satan sowohl symbolisch oder archetypisch, als auch real. Das heißt, er existiert in der Psyche von Individuen und jenseits von Individuen.
Satanismus ist, zum Teil, die Akzeptanz der Notwendigkeit von Veränderung - von Ringen, Kampf, Krieg, Kreativität, individuellem Genie, Trotz. Der evolutionären und reinigenden Natur dieser Dinge. Aber Satanismus ist weit mehr als die bloße Akzeptanz dieser Notwendigkeiten. Es bedeutet ebenso, dass das Individuum versucht, wie Satan zu werden. Ein wahrer Satanist verehrt nicht ein Wesen namens Satan. Stattdessen akzeptiert ein Satanist die Realität Satans (auf allen Ebenen) und strebt danach, in seinem eigenen Leben und darüber hinaus, eine Art Wesenheit von der gleichen Art wie Satan zu werden - das heißt, die eigene Evolution und die anderer zu verändern; sich zu einer neuen Art von Existenz zu entfalten. Diese Existenz kann als das, was als 'Satan' bekannt ist, beschrieben werden. Dieses Streben ist dynamisch und wirklich, und es bedeutet, dass jene, die dem Weg des Satanismus folgen, weiter gehen als jene, die lediglich dem LHP folgen. Das bedeutet, Satansimus führt zu neuen Gebieten des Seins: er reicht jenseits der 'Schwarzen Künste' , während er seine Grundlagen in diesen Künsten hat. Ein Teil hiervon ist ein größeres esoterisches Wissen (z.B. äonische Magick), ein anderer liegt in Techniken und Methoden, ein neues Individuum zu erschaffen. Der Satanist lernt effektiv, Gott zu spielen.

Da Satanismus, wie oben beschrieben, das Streben danach, Satan zu werden, beinhaltet, ist es nötig festzustellen, wer oder was Satan ist.
Satan ist der Fürst der Finsternis - Meister von Allem das verborgen und geheim ist, sowohl in uns als auch außerhalb von uns. Er ist der Herrscher dieser Welt - die Kraft hinter der evolutionären Veränderung, das 'Feuer' des Lebens. Er ist der Herr des Lebens - all seiner sinnlichen Freuden und Vergnügungen.

Er ist ebenfalls 'böse', 'dunkel' oder 'sinister' - unbarmherzig, rücksichtslos, Meister des Todes. Er kann Leid, Not, Tod verbreiten und tut es auch. Aber all diese Dinge sind unpersönlich. Sie sind die natürlichen Konsequenzen des Lebens - von Veränderung und Evolution.

Satan kann durch seine Natur weder 'bestochen' noch 'ruhiggestellt' werden - und ebenso wenig können seine Dienste gekauft werden, weder durch Pakte noch anderweitig. Er ist an solch nutzlosen Dingen nicht interessiert. Daher kann es so etwas wie 'religiösen' Satanismus nicht geben - das Widmen von Gebeten, Opferungen oder Versprechungen im Austausch für satanische Gefälligkeiten. Solche Dinge implizieren Furcht, Unterwerfung und jene anderen Charakterzüge die Satan verachtet. Stattdessen besteht der satanische Angang darin, ruhmreich in satanischen Taten zu sein, in den Chants und Ähnlichem, denn sie sind satanisch, und durch solches Handeln wird man wie Satan: nicht weil etwas 'erwartet', oder aus Furcht vor Konsequenzen getan wird. Durch das Leben des Lebens, durch Taten, wird ein Satanist wie Satan und entwickelt sich, um an einer neuen, höheren Existenz teilzunehmen. Solche Taten sind jene, die Einsichten verschaffen, Selbstentdeckung, Erlangen, esoterisches Wissen, Erfahrung des 'Verbotenen', der Annehmlichkeiten des Lebens - sie sind aber auch jene, die andere und die Welt verändern, und dadurch Leid, Not und Tod bringen: die, kurz gesagt, böse sind.

Darüber hinaus ist Satan ein reales Wesen - er ist nicht einfach ein Symbol, archetypisch oder anderweitig, bestimmter natürlicher Kräfte oder Energien. Er hat Leben, existiert - lässt Dinge geschehen - außerhalb unserer eigenen, individuellen Psyche. Das bedeutet, unser individueller Wille oder unsere eigene Magick kann ihn nicht kontrollieren (wie die Softie-Imitations-Satanisten gerne glauben). Wie auch immer, dieses 'Leben' ist nicht 'menschlich' - es ist weder an einen Körper, noch an unsere kausale Zeit und Raum gebunden. Esoterisch ausgedrückt, ist es akausal.

Satan ist jedoch nicht allein - das heißt, er ist nicht das einzige dunkle Wesen, dass unsere Welt und so unsere Existenz beeinflusst. Er hat einen weiblichen Gegenpart - eine Herrin, Geliebte, Braut. Esoterisch lautet ihr Name Baphomet. Sie ist die dunkle Göttin.

Daher wird ein satanischer Initiat oft als der Liebhaber einer der beiden Wesenheiten bezeichnet - und eine satanische Initiation könnte mit einer rituellen Kopulation mit Satan oder Baphomet verbunden sein (wobei der Priester/die Priesterin die jeweilige Rolle übernimmt). Im ursprünglichen Satanismus gibt es keine Anbetung Satans (oder Baphomets), sondern eher die Annahme von ihnen als Freunde, Geliebte (oder, in frühen Stufen, manchmal als 'Vater', 'Mutter', Bruder oder Schwester).

So entfaltet sich ein Satanist zu höherer Form und drückt bewusste Evolution durch Taten aus. Daher ist Satanismus die Quintessenz des LHP.

Das Böse: 

Es ist ein, neuerdings von einigen verbreiteter, Fehler, den LHP im Allgemeinen und den Satanismus im speziellen lediglich als eine Sammlung esoterischen Wissens und/oder eine Sammlung magischer Rituale und Arbeiten anzusehen, in welche man hinein schlüpfen kann um sich selbst ein Image zu verschaffen..

Alle LHP sind Ordeale - sie erfordern Anstrengungen über eine Reihe von Jahren. Sie sind ebenfalls dunkel und erfordern vom Individuum, dass es an die Grenzen, die alle Gesellschaften ihm auferlegen, und darüber hinaus geht. Das heißt, sie sind 'sinister' oder 'böse'. Sie beinhalten reale sinistre Taten in der realen Welt - nicht Zauberer oder Zauberin spielen.

Gewisse Individuen und gewisse Organisationen die behaupten, zum LHP zu gehören, haben versucht, das 'Böse', dass den LHP und den Satanismus umgibt, zu verbannen, indem sie die eigentliche böse Natur dieser Pfade leugnen. Was aber glauben diese Imitations-Satanisten, diese posierenden Pseudos, was Satanismus ist, wenn nicht böse? Wenn Satanismus nicht böse ist, was dann? (Oder, präziser, wenn Satan nicht böse ist, wer dann?)

Die wahre Natur des Bösen - und so von Satanismus und LHP - ist missverstanden worden. Das Böse ist natürlich und notwendig - es testet, selektiert, provoziert Reaktion und hilft somit der Evolution. Und um es zu wiederholen - Satanismus ist gleichzusetzen mit böse: er ist böse. Satanisten sind sinister, böse. Sie können gar nicht anders.

Das Böse, korrekt definiert, ist Teil der kosmischen Dialektik. Es ist eine amoralische Kraft, liegt also jenseits der Grenzen von 'Moral'. Moral entstammt einer beschränkten (menschlichen oder besser, pseudo-menschlichen) Perspektive und ist eine Projektion des individuellen Bewusstseins auf die Realität. Nichts 'Moralisches' oder Unmoralisches existiert. Alle Moral ist daher künstlich, ist Abstraktion. Handlungen von Individuen, die als 'böse' bezeichnet werden, sind normalerweise Handlungen gegen andere Individuen, das heißt, sie werden als zu unserer Spezies gehörig angesehen. Es wird hingegen nicht als böse angesehen, wenn ein Tiger eine Person tötet und frisst: dies gilt als natürlich, innerhalb der Natur des Tigers. Was als böse in der menschlichen Natur angesehen wurde und wird ist im Allgemeinen nichts weiter als Instinkt - oder eher; ein Gefühl, ein Verlangen oder Trieb.

Solch Instinkt ist natürlich - die Handlungen, die aus ihm resultieren, können segensreich sein oder nicht. Das heißt, die Handlungen als solche sind nicht 'böse' an sich. Sie sollten nicht mittels künstlicher Abstraktionen bewertet werden, sondern anhand ihrer Konsequenzen, ihrer Effekte, die entweder positiv oder negativ sind. Sie können, abhängig von den Umständen, positiv oder negativ sein, die Bewertung variiert entsprechend der gewählten Perspektive. Diese Perspektive ist für gewöhnlich die der 'Zeit'. Die einzig korrekte Beurteilung eines bestimmten Aktes oder einer Handlung ist jene, die die Effekte nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft betrachtet, letztere über einen großen Zeitraum. Dadurch ist die Bewertung eines solchen Akts unpersönlich - sie hat wenig oder gar nichts mit emotionalen Affekten im Augenblick der Handlung oder den Augenblicken kurz darauf zu tun. (In symbolischem - und unpräzisem - Sinne, könnte man sagen, Urteil der 'Götter')

Wirklich böse Handlungen sind solche, die bewusst begangen werden - und diese können von zweierlei Art sein. Die erste Art sind Handlungen aus Ignoranz: begangen aus eine Mangel an Selbst-Bewusstsein und für gewöhnlich ohne Rücksicht auf die Effekte, die jenseits des unmittelbaren Moments liegen. Die zweite Art sind unpersönliche Handlungen, die mit einem Wissen um ihren Effekt jenseits des Augenblicks geschehen. Erstere beinhalten keine Bewertung außerhalb persönlicher Gefühle, während letztere über das Persönliche hinausgehen (obwohl sie durchaus persönlich sein können, z.B. zum eigenen Vorteil). Ein satanischer böser Akt ist stets von der zweiten Natur - er ist affektiv und effektiv: ein Teilhaben an der kosmischen Dialektik. Zunächst mag die Handlung nicht vollkommen verstanden werden, indem sie z.B. hauptsächlich auf einem Instinkt beruht, aber die satanische Absicht dahinter mach das Individuum bewusster, aufmerksamer für die Effekte, sowohl persönlich als auch supra-personell, und ermöglicht so eine Kultivierung der Urteilsfähigkeit.

Instinktive Handlungen sind nicht 'böse' - sie entstammen für gewöhnlich einer Unreife. Böse Handlungen gehen aus Reife hervor, doch Unreife ist nötig, um dieses Stadium zu erreichen. Das heißt, es gibt Wachstum. 'Moral' versucht Instinkt zu unterdrücken und behindert dadurch das Wachstum. Satanische böse Handlungen rebalancieren effektiv und ermöglichen so die Entwicklung wirklicher Reife.














 
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